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Im August haben wir einen 17-tägigen Roadtrip durch Nordspanien und Nordportugal, genauer durchs Baskenland und Galizien gemacht. Beide Regionen bestechen durch ihre vielfältige Landschaft und die erstaunlich vielen Sehenswürdigkeiten. Die Erste Etappe unserer Reise war die härteste. Da wir Freunde in Barcelona besucht haben, sind wir zunächst von unserem Heimatort Soest in einem durch nach Barcelona gefahren. Für einen zweiwöchigen Roadtrip durch das Baskenland und Galizien ist der Halt in Barcelona sicherlich kein Muss, aber für uns war er naheliegend.
Von Barcelona aus sind wir weiter nach Porto gefahren und von hier aus über die Nordspanischen Fjorde, Santiago de Compostella und Picos de Europa wieder Richtung Heimat. Zuvor haben wir meinen Skoda Rapid mit Camping-Equipment ausgestattet und haben ein Dachzelt auch dem Dach montiert.
In diesem Artikel beleuchte ich die Stopps und die Highlights unseres zweieinhalbwöchigen Roadtrips durchs Baskenland und Galizien mit meinem alten Skoda Rapid und Dachzelt.
Barcelona
Unser Abenteuer startete in einer der lebendigsten und kulturell reichsten Städte Spaniens. Ich möchte hier jedoch anmerken, dass allein die Fahrt bis nach Barcelona ein eigener Roadtrip hätte sein können. Wir sind die Strecke innerhalb eineinhalb Tage gefahren. Grade innerhalb Frankreichs herrschte zu dieser Zeit des Jahres viel Stau und die Fahrt hat uns einige Nerven gekostet.
In Barcelona haben wir nur drei Tage verbracht und haben uns einfach treiben gelassen. Unser Hauptgrund für den Stopp in Barcelona waren die Freunde die wir besucht haben. Sicherlich ist Barcelona noch einmal eine eigene Reise wert. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten wie die Sagrada Familia haben wir vor allem die Altstadt mit den vielen Bars und Restaurants genossen. Von hier aus ging es auf direktem Weg weiter nach Porto.
Porto
Die Fahrt von Barcelona nach Porto betrug einen ganzen Tag. Die Fahrt bestach durch ihren eigenen Charm. Man fährt durch die Wüste Spaniens bis man schließlich den grünen und bergigen Norden Portugals erreicht. Porto, bekannt für seine steilen Berge, die historischen Altstadtgassen und natürlich den berühmten Portwein, war der perfekte zweite Halt unserer Reise. Wir bummelten durch die verwinkelten Straßen der Ribeira, genossen Spaziergänge über die Ponte Dom Luís I, die malerische Brücke, die Porto mit Vila Nova de Gaia verbindet und entdeckten eine besondere Tapas Bar The Door. The Door besticht durch seine Gourmet – Tappas und das herzliche argentinische Personal, welches mit Handschlag auf die Gäste zugeht. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Hier eine Restaurantbewertung von Tripadvisor: Link

Galizien und die Fjorde Spaniens
Von Porto aus sind wir die Küste raufgefahren zum Campingplatz Ádlan in den Fjorden Nordspaniens. Auf dem Weg haben wir in Meadela gestoppt und sind den Berg hinauf zur Kapelle Monte de Santa Luzia gelaufen, von wo aus man einen hervorragenden Ausblick über die Küste und umliegenden Berge hat. Von hier aus ging es weiter zur keltischen Ausgrabungsstätte Castro de Santa Tegra, aus dem 1. Jahrhundert vor Christi. Die Ausgrabungsstätte die gleichzeitig ein Museum ist, ist unglaublich beeindruckend und ein absolutes Must-See!
Der Campingplatz Ádlan liegt in einem kleinen Wäldchen. Obwohl wir zur Hauptreisezeit im August dort waren, gab es genügend Stellplätze und war nicht so überlaufen wie manch anderer Campingplatz. Von hier aus kann man die Fjorde mit ihren Stränden und kleinen Orten sehr gut erkunden.
Ein Highlight der nordspanischen Fjorde war definitiv die Küstenwanderung von Donón zum Leuchtturm Faro de Cabo Home, die spektakulären Ausblicke auf das wilde Meer und die zerklüftete Küste Galiciens bietet. Ein weiteres Highlight ist die keltische Ausgrabungsstätte Castro de Donon, die auf einem Berg liegt. Der Spaziergang rauf ist sehr zu empfehlen und bei weitem nicht so touristisch wie die Ausgrabungsstätte Castro de Santa Tegra.

Santiago de Compostela
Der nächste große Halt war Santiago de Compostela, das Endziel des berühmten Jakobswegs. Die Altstadt von Santiago ist UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt mit ihrer mittelalterlichen Architektur und dem imposanten Pilgeramt in der Kathedrale von Santiago. Besonders magisch wird es, wenn man in den engen Gassen spaziert und die Pilger beobachtet, die nach ihren langen Wanderungen die Stadt erreichen. Wir waren nicht im Dom, da die Schlange der Menschen einfach zu lang war.
Fragas do Eume
Nach Santiago de Compostela fuhren wir weiter zum Velo Mar Camping in der Nähe von A Couña, einem kleinen, aber idyllischen Campingplatz in der Nähe des Waldes Fragas do Eume. Dieser Wald ist eines der bestgeschützten Naturreservate Galiciens und beherbergt eine beeindruckende Flora und Fauna. Besonders faszinierend ist das Kloster von Caaveiro, das inmitten des Waldes liegt und uns wie aus einer anderen Zeit vorkam. Das mittelalterliche Kloster, das im 10. Jahrhundert gegründet wurde, ist von steilen Felsen und dichten Wäldern umgeben – ein wahrer Rückzugsort für Ruhe und Besinnung.
Es befindet sich ein kleines Café im Kloster, in welchem man sehr gute Bocadillos essen kann. Wir haben für die Wanderung zu wenig Zeit eingeplant. Vom Parkplatz bis zum Kloster sind allein schon für eine Strecke 7 km. Von hier aus gibt es weitere Wanderwege in die Berge hinauf, die wir aus Zeitgründen leider nicht mehr geschafft haben.

Küstentour und die Catedral de los Acantilados
Von Fragas do Eume ging es weiter entlang der Küste, vorbei an zerklüfteten Landschaften, Burgruinen, Fischerdörfchen und wunderschönen Stränden zum Catedrais Beach. Bei Ebbe kann man hier einen Strandspaziergang machen und durch die Kathedralen-anmutenden Klippen und Höhlen hindurchlaufen. Leider waren wir zur Flut beim Catedrais Beach, wodurch die Klippen und Höhlen mit Wasser unterspült waren. Auch die Blowholes Bufones de Pria sind sehr zu empfehlen, insbesondere bei Flut oder bei Sturm, wenn das Meer aufgewühlt ist. Dann drückt das Wasser durch Löcher im Boden, wodurch der Blowholes-Effekt entsteht.
Picos de Europa
Ein weiteres Highlight unserer Reise war der Besuch des Picos de Europa. Hier wanderten wir die berühmte Ruta del Cares, eine der spektakulärsten Wanderungen Spaniens. Die Strecke verbindet die beiden Bergdörfer Banos de la Heredia mit Cangas de Onís. Man wandert vorbei an steilen Felsen, schroffen Gipfeln und tiefen Schluchten. Die Wanderung ist ungefähr 13 km pro Strecke lang und bietet beeindruckende Ausblicke auf die atemberaubende Natur des Picos de Europa.
Die Wanderung ist bekannt für ihre spektakulären Aussichten und ihre aufregenden Passagen entlang der steilen Felswände. Leider handelt es sich bei der Wanderung nicht um einen Rundweg, das heißt man muss je nach dem ob man von Cangas de Onis oder Banos de la Heredia startet, den gleichen Weg zurück laufen. Dies ist aber überhaupt nicht schlimm, da die Aussichten spektakulär sind.
Da wir zur Hauptsaison dort waren, haben wir keinen Stellplatz mehr auf einem der Campingplätze bekommen und haben deswegen zwei Nächte in einem kleinen Hotel verbracht. Generell ist die Region um Bilbao und Picos de Europa deutlich touristischer als in Galizien und wir hatten häufig Schwierigkeiten in dieser Jahreszeit noch spontan einen Platz auf einem Campingplatz zu ergattern.

Comillas, Bilbao und San Sebastián
Unsere Reise führte uns schließlich nach Comillas, einem wunderschönen Küstenort, der durch seine besonderen architektonischen Bauwerke besticht. Hier kann man Beispielsweise die Villa Quijano von Antoni Gaudi besichtigen. Anschließend besichtigten wir Bilbao und San Sebastián, zwei sehr beeindruckende Städte des Baskenlandes.
Hondarribia
Unser letzter Halt war ein kleiner Ort an der französischen Grenze, Hondarribia. Dieser hat eine wunderschöne Altstadt mit Blick auf Frankreich und die Stadt Hendaye. Hier genossen wir den letzten Tag unseres Roadtrips, bevor wir die Heimreise antraten.
Fazit: Ein Roadtrip voller Erlebnisse und Naturwunder
Unser Roadtrip durch Galizien und Nordportugal war ein Abenteuer, das uns nicht nur durch wunderschöne Landschaften führte, sondern auch durch historische Städte, mystische Wälder und beeindruckende Gebirgsmassive. Mit dem Dachzelt auf dem Auto konnten wir flexibel reisen und die Freiheit genießen, unterwegs neue Orte entdecken und die Natur genießen. Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir zum Baskenland und Galizien gefahren sind.